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Wofür wir stehen
0-3 Jahre
Betreuung von Kindern in den ersten Lebensjahren
Derzeit gibt es in Österreich mehrere Karenzmodelle. Die Junge ÖVP Burgenland fordert eine flexible Karenzzeit für beide Elternteile. Dabei darf der Arbeitsplatz der Eltern nicht gefährdet werden. Daher: Ausweitung des Kündigungsschutzes auf die gesamte Karenzzeit!
Finanzielles
Bei Sozialtransfers, die an Familien gezahlt werden, liegt Österreich im internationalen Spitzenfeld. Familienpolitik wird bei uns bisher weitgehend als Verteilung von Sozialtransfers verstanden. Trotzdem hat Österreich die zweitschlechteste Geburtenrate Europas. Für Familien ist es sehr schwer, mit ein oder zwei Kindern und einem durchschnittlichen Einkommen auszukommen.
Die Junge ÖVP Burgenland fordert daher eine ehrliche und nachhaltige Berücksichtigung der Kinder im heimischen Steuersystem, denn bis dato werden Kinder wie Spitzenverdienende behandelt. Wir fordern, dass ein Steuerfreibetrag für Eltern, die für ihre Kinder unterhaltspflichtig sind, fixiert wird, der jeweils an das Lebensalter des Kindes angepasst wird. Zudem wollen wir, dass berufstätige Eltern nur jenen Teil ihres Einkommens versteuern müssen, der nicht an Unterhaltungsverpflichtungen gebunden ist.
Kinderbetreuung
Die Junge ÖVP Burgenland spricht sich für eine Kinderbetreuung in den ersten drei Lebensjahren durch die Eltern aus, anstatt das Kind so schnell wie möglich in Betreuungseinrichtungen abzugeben. Für uns ist es keine vorrangige Option, Kleinstkinder in Kinderkrippen abzugeben. Gerade in dieser Lebensphase bildet eine intensive Eltern-Kind-Bindung die Basis für den Aufbau des Urvertrauens, später die Grundlage einer gefestigten Persönlichkeit. Deshalb fordern wir Sach- und Geldleistungen für Kinder in den ersten drei Lebensjahren, bzw. die verbesserte Anerkennung der Familienarbeit ähnlich einer beruflichen Tätigkeit. Weiters müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche es auch Alleinerziehenden ermöglichen, das Kind in den ersten drei Lebensjahren selbst zu betreuen. Denn gerade für Alleinerziehende ist es besonders schwierig,
Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen, ohne in finanzielle Probleme zu schlittern.
Kinder- und Familienpolitik in den ersten Lebensjahren
Erziehung und Bildung sind Grundlagen verantwortlicher Lebensgestaltung. Die Erziehung steht vorrangig in der Verantwortung der Eltern. Außerfamiliäre Bildungs- und Erziehungseinrichtungen ergänzen und unterstützen die Erziehung in der Familie. Sie können und dürfen das Elternhaus nicht ersetzen und müssen die elterliche Verantwortung einbeziehen. Die Zukunft unserer Gesellschaft wird wesentlich davon bestimmt, die Bereitschaft zur Familiengründung, insbesondere zum Kind, zu erhöhen und wachsen zu lassen. Wir müssen zu einer kinderfreundlicheren Gesellschaft werden, in der das Leben mit Kindern wieder selbstverständlich ist. Sie müssen zu ihrer Entwicklung Schutzräume vorfinden, persönliche Zuwendung und Geborgenheit erfahren, sowie die Gelegenheit zur Entfaltung eigener Kräfte erhalten. Für diese Kräfte, Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwarten wir vom
Gemeinwesen, den Kindern die Förderung zu sichern, die ihnen zusteht. Dies trägt grundsätzlich auch zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern bei. Eltern – unabhängig von ihrer gewählten Lebensgemeinschaft - tragen für ihre Kinder gemeinsam die Verantwortung, der sie sich nicht entziehen dürfen. Jedes Kind hat ein Recht auf die elterliche Fürsorge. Diese Fürsorge wird praktiziert, wenn sich ihnen Mutter und Vater entsprechend der
altersgemäßen Entwicklungsphase, vor allem aber in den ersten Lebensjahren, intensiv widmen. Erziehung kann dabei kein einseitiger Prozess sein, sondern soll sich im bewussten partnerschaftlichen Zusammenleben von Mutter, Vater und Kindern vollziehen. Sie soll das Vertrauen in eine verlässliche Familiengemeinschaft stärken. Kinder sind eine Bereicherung des Lebens, die nicht ausschließlich mit finanziellen Maßstäben gemessen werden kann. Wenn jedoch ein Elternteil auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet, nimmt die Familie, bzw. die betroffene Person (derzeit meist die Mutter) auch berufliche, soziale und materielle Nachteile in Kauf. Eine wichtige Aufgabe der Familienpolitik ist es daher, solche sozialen Nachteile und finanziellen Einbußen der betroffenen Personen auszugleichen. Genau aus diesem Grund fordert die Junge ÖVP Burgenland eine Erhöhung des Karenzgeldes.
Papamonat
Für eine positive Entwicklung des Kindes sind beide Elternteile notwendig. Jeder Vater sollte dazu motiviert werden, den „Papamonat“ in Anspruch zu nehmen. Dafür müssen die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Unser Leitdenken: Der Vater soll nach der Geburt, bzw. innerhalb der ersten sechs Lebensmonate des Kindes einen Monat zu Hause verbringen. Der Arbeitsplatz des Vaters darf durch diesen Monat keinesfalls gefährdet werden.
3-6 Jahre
Flächendeckender Ausbau der Nachmittagsbetreuung
Aufgrund starker Veränderungen der familiären und wirtschaftlichen Situationen sind bedarfsorientierte Kinderbetreuungseinrichtungen unverzichtbar. Immer mehr Mütter (Väter) gehen nach der Karenzzeit wieder ihrer beruflichen Tätigkeit nach. Der betroffene Elternteil sollte dabei bei der Kinderbetreuung nicht auf den „guten Willen“ der Großeltern, Bekannten oder Freunden angewiesen sein. Wir verlangen geeignete, qualitativ hochwertige Betreuungseinrichtungen in der näheren Umgebung, die ihre Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Eltern anpassen. Private Einrichtungen sollen genauso gefördert und unterstützt werden wie öffentliche Institutionen, vorausgesetzt die Betreiber verfügen über die erforderlichen fachlichen Qualifikationen.
Geförderte Kindergartenplätze
Sozial benachteiligte Familien sollen auf jeden Fall unterstützt werden. Es muss für jede Familie möglich sein, den Nachwuchs im Kindergarten oder ähnlichen Einrichtungen betreuen zu lassen. Es ist jedoch nicht zielführend, den Kindergarten für Jedermann kostenlos zu gestalten. Diejenigen, die in der Lage sind, den Kindergartenplatz ihrer Kinder ohne staatliche Unterstützung zu finanzieren, sollen einen finanziellen Beitrag leisten.
Kindergärten
Kindergärten und ähnliche Einrichtungen sollten nicht nur vorrangig der verbesserten Vereinbarkeit von Familien- und Arbeitswelt dienen, sondern vor allem auch als vorschulische Erziehungs- und Lerneinrichtung. Durch erlernen der motorischen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten sollen die Kinder langsam auf den Schuleintritt vorbereitet werden. Schon im frühen Kindergartenalter sollen spezielle Defizite und Bedürfnisse von den Kindergartenpädagogen erkannt und von Sonderkindergartenpädagogen behandelt werden. Kleinere Kindergartengruppen von max. 15- 20 Kinder können von Pädagogen besser betreut und es kann auf die Bedürfnisse der Kinder besser eingegangen werden. Finanzielle Unterstützung für die Kinder mit besonderen Bedürfnissen in bestimmten Therapien sollte vom Land gewährleistet sein. Kindern mit Migrationshintergrund soll in dieser Phase ihres Lebens die Möglichkeit geboten werden, die deutsche Sprache zu erlernen, diese zu verbessern und den ersten Schritt Richtung erfolgreicher Integration zu machen. Der Kindergarten soll ab dem 4. Lebensjahr verpflichtend sein. Die Hauptverantwortung für eine umfassende „gute“ Erziehung im Sinne der Persönlichkeits- und Herzensbildung bleibt permanent bei den Eltern.
6-10 Jahre
Lehrerausbildung
Die Eltern sind für die Erziehung und Ausbildung der Kinder hauptverantwortlich. Die Pädagogen unterstützen die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den Eltern in ihrem Heranreifen zu eigenverantwortlich handelnden Persönlichkeiten. Die Schule erfüllt durch professionelle Bildung in der Gemeinschaft eine eigenständige Aufgabe, die von den Eltern partnerschaftlich mitgetragen werden muss. Die Junge ÖVP Burgenland steht für eine Vereinheitlichung der Lehrerausbildung. Dazu sollen folgende Schritte führen:
- Essentiell ist es für die Junge ÖVP Burgenland, ein eigenes Auswahlverfahren einzuführen, um überhaupt nur geeignete Personen zur Lehrerausbildung zuzulassen.
- Eignungstest (Nicht jeder ist dazu geschaffen, mit Kindern umzugehen und ihnen optimal Wissen vermitteln zu können.
- Die Pädagogenausbildung für den Kindergarten, die Volksschule und die Hauptschule sowie für die AHS und BHS gilt es zu vereinheitlichen. Mit einem gemeinsamen Grundstock der Ausbildung in Form einer pädagogischen Einführungsphase soll das grundlegende Wissen vermittelt werden, um sich daraufhin auf einen Ausbildungszweig (AHS, BHS, NMS, VS) zu spezialisieren. Dazu bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit der PH und der Universität, um zukünftig eine gemeinsame Ausbildungsstätte in Form eines Kursmodells zu schaffen.
- Praxisausbildung für berufsspezifische Schulen (BHS): Eine pädagogische Grundausbildung muss bei jedem, der unterrichtet, vorhanden sein. Diese Grundausbildung kann mithilfe von Modulen nachgeholt werden (sofern nicht bereits vorhanden).
- Spezialisierungen auf die verschiedenen Schultypen: Verschiedene Neigungen und Interessen führen zu unterschiedlichem Lernbedarf. Dazu soll es auch Exit-Strategien für Lehrpersonal geben (Stichwort: Trainertätigkeit bei verschiedenen Erwachsenenbildungsprogrammen.) Besonderes Augenmerk ist auf die strukturierte Wissensvermittlung mit mittels zeitgemäßer Methoden zu legen und nicht auf die quantitative Stoffanhäufung.
- Auch für Lehrer soll die Durchlässigkeit zwischen den Schultypen gewährleistet sein (Nachholen von verschiedenen Grund- und Spezialisierungsmodulen soll möglich gemacht werden.)
Im Zuge einer durchgängigen Individualisierung und einer verstärkten Einbindung der Eltern werden auch in der Mittelstufe regelmäßige Bildungsberatungsgespräche mit den Eltern geführt. Bei diesen Gesprächen werden neben der allgemeinen Schulleistung etwaige Schwächen aufgezeigt und gezielte Fördermaßnahmen besprochen.
Pädagogische Elemente wie Teamarbeit, gemeinsame Lerngruppen (Peer-Learning), Projektarbeit, Epochenunterricht (in dem verschiedene Zugänge zu einem Thema erschlossen werden) etc. sollen in Zukunft eine verstärkte Rolle spielen und in der verbesserten Schulautonomie gestaltet werden können. Im Zuge von Peer-Learning-Projekten sollen Teams gebildet werden. Zur Integration von Jugendlichen mit speziellem pädagogischem Förderbedarf, bzw. Defiziten, egal welchen Ursprungs (z.B.: familiäre Konstellationen, Migrationshintergrund, etc.) können Peer-Partnerschaftsmodelle eine wichtige Rolle spielen. Zugleich stärken sie die soziale Kompetenz aller Schüler. Entscheidend für uns ist, dass durch derartige Elemente das Prinzip der Leistungsdifferenzierung nicht ausgehöhlt oder umgangen werden darf, sondern – ganz im Gegenteil – gestärkt werden muss.
Bei besonderer pädagogischer Notwendigkeit oder besonderen Bedürfnissen sollen Unterstützungslehrer, Sozialarbeiter oder Schulpsychologen temporär oder permanent beigezogen werden.
NachmittagsbetreuungIn den jeweiligen Schulformen (AHS, BMHS, NMS) gibt es ein ganztägiges Betreuungs- und Förderungsangebot auf freiwilliger Basis. Für Schüler, die den notwendigen Lernerfolg nicht erbringen, wird diese Förderung am Nachmittag automatisch verpflichtend. Ein entsprechendes Förderangebot soll es jedoch nicht ausschließlich für Schüler mit Lernschwächen, sondern auch für besonders begabte Jugendliche zur Vertiefung ihrer Kompetenzen geben. Gerade in der Nachmittagsförderung sind innovative Gruppen- und Peer-Learning-Systeme wünschenswert.
Die ganztägigen Schulformen sollen eng mit externen Einrichtungen wie Vereinen, ehrenamtlichen Organisationen oder anderen Bildungsinstitutionen kooperieren. Die Inhalte müssen nicht immer lehrplanspezifisch sein, sondern sollen insbesondere auch auf den Erwerb sozialer Kompetenzen abzielen. Wünschenswert sind auch schulübergreifende Kooperationen zur Ausweitung des Angebots (z.B. Erste-Hilfe-Ausbildung, Feuerwehrjugend, Sportvereine, Jugendgruppen). Außerdem sollen die Förder- und Betreuungsangebote flexibel für das Burgenland gestaltet werden können. Die AHS und die Mittelschule sind untereinander durchlässig. Eine Grundvoraussetzung für die Durchlässigkeit ist durch die Leistungsdifferenzierung und die gemeinsamen Kernbereiche gegeben.
Entscheidend für die Durchlässigkeit ist auch eine modulare Erstellung der Lehrpläne, sodass bei einem allfälligen Wechsel in eine Schule mit anderemSchwerpunkt lediglich Lernmodule, nicht aber ganze Fächer nachgeholt werden müssen. Für die Lernmodule aus den Schwerpunktfächern obliegt es der jeweiligen Schulleitung auf Basis entsprechender Vorgaben, eine Leistungsfeststellung vorauszusetzen oder begleitende Maßnahmen wie z.B. verpflichtenden Förderunterricht in den Schwerpunktfächern anzuordnen.
Schülerfreifahrt / SchulbuchaktionFür gut etablierte und sinnvolle Projekte wie die Schülerfreifahrt und die Schulbuchaktion sollen auch in Zukunft die notwendigen Mittel von Seiten des Bundes und Landes zur Verfügung gestellt werden. Die Schulbuchaktion soll auch für jene Bücher gelten, die von Pädagogen zusätzlich ausgewählt und nachträglich bestellt werden. Die Schülerfreifahrt soll aus Sicht der Jungen ÖVPBurgenland im Verkehrsbund Ostregion (VOR) auch während den schulfreien Zeiten bis 16 Jahre ausgeweitet werden.
10-14 Jahre
Berufsorientierung
Die Entscheidung, wie es nach der Schule weitergehen soll, will gut überlegt sein. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist der bevorstehende Schritt von der Schule auf den Arbeitsmarkt mit vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden. Ziel der Jungen ÖVP Burgenland ist es, den verstärkten Einsatz von Schülerberatern, standortbezogenen Umsetzungskonzepten für jede Schule sowie die noch engere Einbindung der Eltern in die Berufs- und Bildungsorientierung umzusetzen. Die Schüler sollen schon früh angeregt werden, sich mit ihren Interessen und Begabungen auseinanderzusetzen. In Zusammenarbeit der Schule mit externen Einrichtungen werden ihnen die Möglichkeiten vorgestellt, die ihnen weiterführende Schulen oder die duale
Ausbildung bieten. Auch die Job-Bewerbung in Verbindung mit „Soft Skills“ muss bereits in der Schule trainiert werden.
Bildungsmessen im Burgenland
Gerade nach Abschluss der 8. Schulstufe fällt die Wahl der weiterführenden Schule oft sehr schwer. Es wirken viele verschiedene Einflussfaktoren auf den jungen Menschen ein. Deshalb brauchen Schüler hier Informationen über ihre Möglichkeiten vor Ort bereitgestellt: Die Junge ÖVP Burgenland fordert die Ausrichtung von Bildungsmessen in jedem Bezirksvorort, wo nicht nur
Bildungseinrichtungen, sondern auch Institution wie die Feuerwehr, das Rote Kreuz und viel mehr die Möglichkeit bekommen, sich zu präsentieren. Diese Messe soll interessierten Jugendlichen konzentriert relevante Informationen über Beruf, Schule, Aus- und Weiterbildung sowie ehrenamtliche Arbeit bereitstellen. Diese Messen sollen als schulspezifische Veranstaltung bereits
in der 7. Schulstufe einmal pro Semester besucht werden und mit Hilfe eines Bildungsberaters im Anschluss diskutiert werden.
Außerschulische Aktivitäten
Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern, muss das Burgenland dafür Sorge tragen, dass freiwillige Förderung von außerschulischen Aktivitäten an allen burgenländischen Pflichtschulen flächendeckend angeboten wird und in Bewegung kommt. Das Angebot an außerschulischen Aktivitäten in burgenländischen Pflichtschulen muss optimiert werden und die Kinder sollen auch wieder mehr Spaß am Sport und an der Bewegung haben sowie an der Musik. Egal für welche Sportart oder welches Instrument sich die Kinder entscheiden: Wichtig ist, dass ihnen wieder die Begeisterung, Sport zu treiben oder Musik zu machen, vermittelt wird. Denn Sport und Bewegung stellen nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung dar, sie sind auch gelebte Prävention gegen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, die sie oft ihr gesamtes
Leben begleiten. Ebenso fördert eine musikalische Ausbildung die Kreativität junger Menschen.
Zeitoptimierte Busverbindungen
„Schnell nach Hause – aber wie?“
Schüler sind viel zu oft gezwungen, über eine Stunde auf eine Fahrgelegenheit nach Hause zu warten, weil sich das Ende der letzten Schulstunde mit den Busfahrplänen überschneidet. Diese Verzögerungen und Umstände sind unnötig. Die Fahrpläne müssen an die Schulzeiten angepasst werden, um den burgenländischen Schülern eine einwandfreie Busverbindung zu gewährleisten.
Vor allem in Schulzentren wie Oberwart oder Eisenstadt ist diese Angleichung der Fahrzeiten an die Unterrichtszeiten eine sinnvolle Maßnahme.
14-18 Jahre
Anreize für Unternehmen zur Ausbildung von Lehrlingen
Genug Lehrstellen wird es im Burgenland nur dann geben, wenn sich ausreichend Betriebe -finden, die bereit sind, Lehrlinge auszubilden. Dazu müssen weitere Anreize für Unternehmen zur Schaffung zusätzlicher Lehrstellen geschaffen werden (z.B. Erweiterung des BLUM Bonus). Des Weiteren ist die Ausbildung in überbetrieblichen Lehrlingsverbünden zu forcieren, um es Klein- und Mittelbetrieben fachlich und finanziell möglich zu machen, mehr Lehrlinge auszubilden.
Auch die Schutzbedingungen für Lehrlinge sind hinsichtlich ihrer Praxisorientierung und Umsetzbarkeit neu zu überarbeiten. Wir sprechen uns klar gegen staatliche Lehrwerkstätten aus, da es nicht Aufgabe des Staates ist, Lehrlinge auszubilden, sondern stattdessen optimale Rahmenbedingungen für die Lehrlingsausbildung in Betrieben zu schaffen.
Jugendschutzgesetz vereinheitlichen
Volljährig ist man ab dem Tag des 18. Geburtstags. Danach finden die Jugendschutzgesetze keine Anwendung mehr. Sie gelten meist auch dann nicht, wenn man noch nicht 18 Jahre alt, aber bereits verheiratet ist. Die Junge ÖVP Burgenland setzt sich für eine Vereinheitlichung des Jugendschutzes ein. Denn derzeit verfügen die Bundesländer über eigene Gesetze mit oft unterschiedlichen Vorschriften. Beispielsweise dürfen 14-Jährige in Niederösterreich bis ein Uhr nachts ausgehen, während ihre Alterskollegen in der Steiermark um 23 Uhr zu Hause sein müssen.
Aufgabe des Jugendschutzes ist es, junge Menschen vor Gefahren für ihre körperliche, geistige und seelische Entwicklung zu schützen, sowie ihre Bereitschaft und Fähigkeiten, für sich Verantwortung zu übernehmen, zu fördern. Daher geben die Jugendschutzgesetze für Eltern, Erziehungsberechtigte und Jugendliche einen rechtlichen Rahmen vor, innerhalb dessen konkrete Vereinbarungen (z. B. Ausgehzeiten, Urlaub) möglich sind. Bei Verstößen gegen die Jugendschutzgesetze sind für Erwachsene Geld- und allenfalls Ersatzfreiheitsstrafen, für Jugendliche verpflichtende Beratungsgespräche und unter Umständen auch Geldstrafen vorgesehen.
Mobilität
Egal, ob zur Bewältigung des täglichen Weges zum Arbeitsplatz oder in der Freizeit - leistungsfähige Verkehrsmittel sind ein wesentlicher Schlüssel zur persönlichen Freiheit, Entfaltung und Entwicklung junger Menschen. Der Ausbau sowie die Aufrechterhaltung von leistungsfähigen Verkehrswegen bedeuten hohe Kosten. Diese Kosten können nicht mehr alleine durch die öffentliche Hand getragen werden.
Daher müssen auch Möglichkeiten der privaten Finanzierung genutzt werden. Bei der Ausschöpfung dieser privaten Finanzierungsquellen ist zu beachten, dass junge Menschen nicht über Gebühr belastet werden, da sie über kein oder nur ein geringes Einkommen verfügen. Besonders wichtig ist der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, die vielfach noch nicht oder nur eingeschränkt die Möglichkeit haben, die Mittel des Individualverkehrs zu nutzen.
Vor allem im ländlichen Raum besteht Nachhol- und Verbesserungsbedarf. Dies betrifft nicht nur den infrastrukturellen Ausbau, sondern auch die Verbesserung der Organisation bestehender Angebote (Frequenz und Fahrtzeiten). Stundenlange Wartezeiten, die für den Weg in die Schule oder zum Arbeitsplatz in Kauf genommen werden müssen, sind eine nicht zu tolerierende Einschränkung für die Lebensgestaltung. Hier sind neue und auf die Bedürfnisse junger Menschen zugeschnittene Lösungen anzudenken. Im Sinne des Umweltschutzes ist bei der Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs und des Individualverkehrs vor allem auf die Verringerung von Schadstoffen und den sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Energieträgern zu achten.
Jugendtaxi
Die Junge ÖVP Burgenland unterstützt das von der Wirtschaftskammer Burgenland und dem Landesjugendreferat ausgearbeitete Projekt „Jugendtaxi Burgenland”. Dies stellt keine Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen dar, sondern ist als sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Angebot zu sehen. Der Vertrieb und eine finanzielle Förderung der Jugendschecks erfolgt über die Gemeinden.
Mittlerweile beteiligen sich 55 Gemeinden des Burgenlandes an diesem Projekt und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Verkehrssicherheit und zur Mobilität der Jugendlichen. In den nächsten Jahren soll das Projekt mit Schwerpunkt in den Bezirken Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf ausgebaut werden. Es ist vor allem für diejenigen besonders interessant, die sich nicht von fixen Fahrzeiten einschränken lassen wollen. Der Scheck hat einen Wert von fünf Euro und kann bei jedem burgenländischen Taxi eingelöst werden.
Angebote des öffentlichen Verkehrs verbessern
Des Weiteren sind die Angebote des öffentlichen Verkehrs für viele Jugendlichen die beinahe einzige Möglichkeit zur persönlichen Mobilität. Um die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu erleichtern, sind flächendeckende und bedarfsorientierte Angebote für diese Zielgruppe zu entwickeln. Im Sinne der Subsidiarität sind dazu regionale und individualisierte Verkehrslösungen anzustreben. Es ist für uns eine Grundvoraussetzung, dass die betroffenen Jugendlichen bei der Auswahl, Konzeption und Umsetzung dieser individuellen Angebote (ermäßigte Taxis, Nachtbussysteme, Schulbussysteme) unbedingt einzubinden sind, um die Bedarfsorientierung des Angebotes zu gewährleisten. Bei der Finanzierung der Angebote ist eine Drittelfinanzierung aller Beteiligten (Land, Gemeinde, Nutzer) anzustreben.
Führerschein: EUR 1.000,- sind genug
Grundvoraussetzung für die individuelle Mobilität junger Menschen ist die Leistbarkeit des Führerscheins. Der eigene Führerschein ist für uns alle der wesentlichste Schritt zur persönlichen Mobilität. Das Auto ist heute noch immer das wichtigste Transportmittel für den Weg zur Arbeit und in der Freizeit.
Deshalb setzen wir uns für die Ausschöpfung möglicher Einsparungspotentiale für den Erwerb von Führerscheinen bei gleich bleibender Qualität der Ausbildung ein. So kann etwa die Abhaltung der theoretischen Fahrausbildung im Schulunterricht (z.B. im Rahmen eines Freifaches) zu einer wesentlichen Vergünstigung der Führerscheinkosten führen. Eine weitere Kostenersparnis wäre, die Anrechenbarkeit der Tauglichkeitsbescheinigung des „Österreich-Dienstes“ als Nachweis der körperlichen Eignung zum Lenken eines Fahrzeuges zu erreichen.
Im Burgenland sind für ein und dieselbe Führerscheinklasse (Standard B) hohe Preisunterschiede zwischen den einzelnen Fahrschulen zu bemerken. Führerscheinkosten in der Höhe von € 1.500,- sind keine Seltenheit mehr und stellen daher für viele eine große finanzielle Hürde dar. Außerdem nutzen einige Fahrschulen ihre Monopolstellung in den Bezirken aus und verlangen beliebig hohe Preise. Da der Führerschein für Jugendliche unverzichtbar ist, müssen sie diese auch bezahlen. Wir fordern eine Obergrenze der Kosten für die Führerscheinklasse B mit € 1.000,- und eine monatliche Offenlegung des Gesamtpreises zum Erwerb eines Führerscheins der Klassen A,B,C, sowie diese kombiniert (alle Fahrstunden, Nebenkosten und Gebühren inkludiert) auf der Homepage jeder Fahrschule. Es soll für den Fahrschüler klar ersichtlich sein, mit welchen Gesamtkosten er zu rechnen hat. Damit soll für Jugendliche die nötige Transparenz geschaffen werden, um vernünftig zwischen den Angeboten der Fahrschulen wählen zu können.
Fahrtkostenzuschuss für Lehrlinge
Auch Lehrlingen steht ein Beitrag zu den Fahrtkosten zu. Wir fordern den Zuschuss von € 100,- pro Jahr für Lehrlinge aus dem Burgenland von Seiten des Landes, wie es auch den Studierenden gewährt wird. Die meisten Lehrlinge haben im Laufe ihrer Ausbildung hohe Fahrtkosten zu tragen. Gleichberechtigt mit Studierenden steht ihnen daher auch ein Zuschuss von € 100,- pro Jahr zu. Jeder Studierende im Burgenland erhält seit 1. März 2008 die Hälfte des Semestertickets retour, wir fordern diesen Kostenbeitrag auch für Lehrlinge.
Einführung von Leistungsstipendien für Lehrlinge
Leistung soll sich lohnen: Gerade eine Lehre ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung, in der besondere Leistungen erzielt werden. Lehrlinge sind diejenigen, die einen Betrieb von Grund auf kennen lernen und eine wichtige Stütze jedes Unternehmens bilden. Deshalb wollen wir auch für Lehrlinge ein Leistungsstipendium. Besonderes Talent oder enormer Einsatz soll sich schon in der Lehre nicht nur bei Lehrlingswettbewerben bezahlt machen, sondern auch bei besonderen schulischen und betrieblichen Leistungen. Diese Förderung kann von Seiten der Arbeiterkammer mitfinanziert werden.
Freiwillige Weiterbildung fördern
Der Großteil der Lehrlinge weiß über die Wichtigkeit einer Weiterbildung Bescheid. Oft wird es den Lehrlingen bei ihrer Weiterbildung nicht leicht gemacht. Junge Menschen möchten immer weitere Qualifikationen erwerben – das gilt es zu fördern. Die Junge ÖVP Burgenland fordert, dass die freiwillige Weiterbildung finanziell unterstützt wird. Die Kosten der Ausbildung übersteigen bspw. die finanziellen Möglichkeiten eines Lehrlings. Hier steht die Junge ÖVP Burgenland für eine Förderung von Fachseminaren im Ausmaß von mindestens 50% der Kosten von Seiten des AMS ein. Durch eine außerschulische Weiterbildung werden auch die Job-Chancen am Arbeitsmarkt gesteigert.
Imageaufwertung der Lehre
Das Ansehen der Lehre in der Öffentlichkeit hat in den letzten Jahrzehnten stark gelitten. Dieser Entwicklung ist unbedingt entgegenzuwirken. Dazu ist es notwendig, das Ansehen der Lehre und der Facharbeit bei Schülern und Eltern durch gezielte Imagekampagnen weiter zu verbessern. Eine Lehre ist nicht weniger wertvoll oder ehrbar als ein Studium – genau das möchte die Junge ÖVP Burgenland verdeutlichen.
Lehre mit Matura
Bessere Bildung bedeutet bessere Jobchancen. Mit dem Angebot für Lehrlinge, auch die Berufsmatura ablegen zu können, steht nicht nur der Weg für eine Karriere im Betrieb und Unternehmen offen, sondern auch der Bildungsweg bis hin zur Fachhochschule oder Universität. Durch die Einführung der Berufsmatura im Jahr 1997 wurde die Durchlässigkeit für Lehrlinge, Facharbeiter und Fachschulabsolventen verbessert. Der Einstieg in Lehre mit Matura ist in allen Lehrberufen ab dem ersten Lehrjahr möglich und wird zeitgleich absolviert.
Viele Lehrlinge und Fachschulabsolventen entscheiden sich jedoch erst nach Abschluss einer Lehre oder Fachschule für eine Weiterbildung in Form der Berufsmatura, weil sie sich dadurch bessere Karrierechancen erhoffen. Auch diesen Jugendlichen soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Der verlängerte kostenfreie Zugang zur Berufsmatura soll dabei keine „schnelle Matura leicht“ sein, sondern eine echte Bildungschance für Jugendliche sein. Für junge Menschen, die eine Fachschule besuchen oder Lehrlinge, die erst nach der Lehrausbildung eine Matura absolvieren können oder wollen, muss das bis zum 27. Lebensjahr kostenfrei ermöglicht werden. Das bringt Chancengleichheit und wird den jungen Menschen gerecht, die erst nach einiger Zeit von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen. Die Junge ÖVP Burgenland fordert daher, dass das jetzige Projekt „Lehre mit Matura“ für diese Zielgruppe geöffnet wird und sich nicht nur auf Lehrjahre beschränkt.
Matura/Zentralmatura
Ein weiteres großes Thema ist die Zentralmatura der AHS. Die Idee an sich, eine Reifeprüfung zu erstellen, die bundesweit demselben Bildungsstandard entspricht, ist diskutabel. Zu beachten ist allerdings, dass dabei auch die Lehrpläne strikt eingehalten werden müssen, um die Maturanten bestmöglich vorzubereiten. Dies passiert im Moment noch nicht flächendeckend. Die Junge ÖVP Burgenland spricht sich so lange für die Beibehaltung der noch aktuellen und üblichen Form der Reifeprüfung aus, bis die Lehrpläne angepasst sind, das entsprechende Lehrerpersonal zur Verfügung steht und ein durchdachtes Konzept vorliegt.
Modularisierung der Lehrlingsausbildung
Die Beibehaltung des dualen Ausbildungssystems ist für uns eine Grundvoraussetzung dafür, Lehrlingen die notwendigen Schlüsselqualifikationen für ihr späteres Berufsleben zu vermitteln. Zur Erweiterung von Wahlmöglichkeiten und, um jungen Menschen zusätzliche Flexibilität am Arbeitsmarkt zu bieten, sind eine weitere Modularisierung der Lehrlingsausbildung und eine Entrümpelung der Lehrpläne anzustreben. Zudem braucht es die Förderung von Ausbildungsformen, die mit Lehrberuf und Matura abschließen. Dies würde Jugendlichen ermöglichen, mit einer abgeschlossenen Lehrausbildung ein breiteres Spektrum an Berufen im späteren Lebens auszuüben.
Österreich-Dienst
Die Junge ÖVP Burgenland steht dafür ein, die Wehrpflicht zu erhalten, das Bundesheer aber zu reformieren. Das Bundesheer soll eine sinnvolle Zeit für junge Menschen sein. Der „Österreich Dienst“ bietet die Wahlmöglichkeit zwischen zwei Bereichen, die unter einem Dach zusammengefasst sind: Ein Bereich ist Landesverteidigung sowie Katastrophen- und Zivilschutz, der zweite Bereich ist der Dienst bei gemeinnützigen Organisationen (z.B.: Pflege- od. Rettungsdienst).
Basis für den Österreich-Dienst ist es, alle Dienste vollkommen gleichzustellen und gleich zu entlohnen. Auch die Dauer von sechs Monaten soll für alle Dienste gelten. Zudem muss es faire Tauglichkeitsbestimmungen geben. Für jeden der zwei Bereiche sollen eigene neue Tauglichkeitsanforderungen erstellt werden. Für die Reform des Bundesheeres will die Junge ÖVP Burgenland die Konzentration auf reale Herausforderungen, wie den Katastrophenschutz.
Rechtliche Arbeitsbedingungen verbessern
Die Beschäftigung junger Menschen in traditionellen Berufen, wie (Tischler, Maler, Schlosser) ist in den letzten Jahren rückläufig. Der Trend geht - gerade für besser ausgebildete junge Leute - in Richtung „Neue Selbständige“. Damit sind Personen gemeint, die auf Werkvertragsebene arbeiten oder ihre persönliche Dienstleistung freiberuflich anbieten. Oftmals können diese nicht einmal auf eine standesrechtliche Vertretung zurückgreifen, da sich die beiden zuständigen Körperschaften - Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer - für nicht zuständig erklären. Die Junge ÖVP Burgenland fordert eine Klärung hinsichtlich der standesrechtlichen Vertretungen für die Gruppe der „Neuen Selbständigen“. Grundsätzlich ist aber zu forcieren, dass sich weniger junge Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen befinden und Berufseinsteiger „ordentliche“ Arbeitsverträge mit gerechter Entlohnung erhalten.
Übernahme der Internatskosten durch die Betriebe
Es ist zwar in einigen Branchen über den Kollektivvertrag geregelt, dass die Betriebe die Internatskosten der Lehrlinge übernehmen, jedoch nicht in allen. Oft sind das Branchen, in denen Lehrlinge ohnehin eine niedrigere Lehrlingsentschädigung erhalten. Zieht man die Internatskosten von dem ab, so bleibt den Lehrlingen kaum Geld um seinen Lebensalltag zu bestreiten. Wir wollen, dass die Übernahme der Internatskosten durch die Dienstgeber in allen Branchen gesichert ist. Vor allem für kleinere Betriebe darf dies allerdings keine unnötig große Belastung darstellen. Eine Unterstützung aus öffentlicher Hand für die Kostenübernahme durch die Betriebe kann hier angedacht werden.
Des Weiteren möchte die Junge ÖVP Burgenland den Pauschalbetrag für auswärtige Berufsausbildung von derzeit € 110,- auf € 330,- verdreifachen. Diesen Absetzbetrag der Arbeitnehmerveranlagung erhält jeder Schüler und Lehrling (bei Minderjährigen die Eltern) pro Monat für den Aufwand des Internates oder der Fahrtkosten. Der Betrag wurde seit seiner Einführung nicht valorisiert und greift, wenn das Internat weiter als 25 km vom Wohnort entfernt ist. Die Junge ÖVP Burgenland verlangt diese Verdreifachung des Betrages, um die Internatskosten für Lehrlinge leistbar zu machen und um anfallende Fahrtkosten finanziell auszugleichen.
Verpflichtende Aufklärung
Lehrlinge werden vor Unterzeichnung des Lehrvertrages oft nicht auf ihre Rechte und Pflichten hingewiesen. Was zu tun oder nicht zu tun ist, wissen wenige Lehrlinge. Erst in Problemfällen werden Arbeitnehmervertreter kontaktiert und Informationen eingeholt. Die Junge ÖVP Burgenland will eine verpflichtende Aufklärung seitens des Arbeitgebers über die Rechte und Pflichten von Lehrlingen, um klare Arbeitsbedingungen zu schaffen und dem Ziel eines fairen Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entsprechen. Um auch den Arbeitgeber zu schützen, sollen Lehrlinge in einem kurzen Formular, das dem Arbeitsvertrag beigelegt wird, den Erhalt der Informationen bestätigen.
Verbesserung der Kommunikation
Zur Verbesserung der Praxisorientierung der Lehrlingsausbildung an den Berufsschulen sind Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Betriebe besser über den jeweiligen Stand der Ausbildungsinhalte in den Berufsschulen informiert werden. Im Gegenzug müssen die inhaltlichen Anforderungen der Betriebe an die Berufsschulen in regelmäßigen Abständen evaluiert werden.
EUR 500,- Mindestlehrlingsentschädigung
Die zentrale Forderung der Jungen ÖVP Burgenland ist die Mindestlehrlingsentschädigung von EUR 500,- im ersten Lehrjahr. Es ist nicht einzusehen, warum es zwar ein gesetzliches Existenzminimum und eine Mindestsicherung gibt, bei den Lehrlingen nach unten hin jedoch keine Grenzen gesetzt werden. Mit der EUR 500,- Mindestlehrlingsentschädigung will die Junge ÖVP Burgenland den niedrigen Entschädigungen, die zum Teil unter EUR 300,- ausfallen, den Kampf ansagen und die Spanne im 1. Lehrjahr verkleinern.
19-25 Jahre
Bildungsbonus
Burgenlands Jugend ist gut ausgebildet, motiviert und leistungswillig. Dennoch gibt es zahlreiche Hürden, die den Weg an die österreichische Spitze verstellen. Paradebeispiel ist der Bildungsbonus, der nicht in der bestmöglichen Form umgesetzt wurde. Immer mehr Jugendliche entscheiden sich dafür, ein Auslandssemester oder Auslandspraktikum zu machen, um Erfahrungen zu sammeln und den eigenen Horizont zu erweitern. Der so genannte Bildungsbonus in Höhe von 600 Euro war eine langjährige Forderung der Jungen ÖVP Burgenland für Ausbildungszwecke im Ausland. Leider kommt es hier momentan zu einer Ungleichbehandlung der Jugendlichen. Lehrlinge, junge Arbeitnehmer und junge Unternehmer können einen solchen Bildungsbonus derzeit leider nicht nützen. Gerade im zusammenwachsenden Europa und in einer immer internationaler werdenden Wirtschaftswelt sind Maßnahmen wie der Bildungsbonus ein Zeichen für zukunftsorientierte Investitionen.
Das ganze Jahr studieren können
Jeder Studierende kennt das Problem: Von Anfang Juli bis Ende September sind Österreichs Hochschulen leer. Die Möglichkeit Prüfungen, Kurse oder Seminare zu belegen oder Professoren bei wichtigen Fragen kontaktieren zu können, bestehen nur in Ausnahmefällen. Wir wollen Hochschulen, die auch im Sommer Prüfungen, Kurse und Seminare anbieten, damit auch Professoren und Vortragende, die im Sommer erreichbar sind. Durch die Einführung eines Trimesters wären die Infrastrukturen effizienter genutzt und für Studierende ein flexibles System gewährleistet was zu einem schnelleren Studienerfolg führen könnte.
Echte FH im Burgenland
Es ist großartig, dass sich die Fachhochschulstudiengänge Burgenland immer mehr zu hervorragenden Bildungseinrichtungen entwickeln. Es ist aber mehr als bedenklich, dass hier falsche Prioritäten gesetzt werden. Die Junge ÖVP Burgenland tritt dafür ein, dass sich die Studiengänge zu einer „echten“ Fachhochschule etablieren.
Bislang läuft die universitäre Ausbildung im Burgenland unter dem Titel „Fachhochschul-Studiengänge“. Die Anerkennung als Fachhochschule bedeutet mehr Transparenz und vor allem Mitbestimmung von Lehrenden und Studierenden.
Für die Anerkennung als Fachhochschule sind drei Voraussetzungen notwendig: Es gibt mindestens zwei Studiengänge, es besteht die Möglichkeit, 1.000 Studienplätze zu erreichen und es kann die Einrichtung eines Fachhochschulkollegiums erfüllt werden. All diese Voraussetzungen sind seit vielen Jahren bereits erfüllt bzw. können sofort erfüllt werden - trotzdem herrscht Stillstand.
Erste Wohnung leistbar machen
Die erste Wohnung ist ein erster wichtiger Schritt in ein selbständiges, eigenverantwortliches Leben. Dieser Schritt gestaltet sich in den letzten Jahren aber zunehmend schwieriger, weil die Mieten immer teurer werden. Zu den steigenden Mieten und Betriebskosten kommt oft noch eine Kaution in Form von bis zu drei Monatsmieten hinzu, in vielen Fällen noch der ebenso hohe Betrag für die Maklerprovision. Dazu kommen noch Anschlusskosten für Heizung, Strom, Warmwasser, Internet und Telefon. Diese Ausgaben lassen den eigenen Wohnraum für viele nicht leistbar erscheinen. Die Junge ÖVP Burgenland schlägt daher die gesetzliche Kürzung der Höchstprovision von Immobilienmaklern von maximal drei Monatsmieten auf nur eine vor, um junge Menschen beim Schritt in die Selbstständig zu entlasten.
EUR 10.000,- Wohnstartscheck
Mit der Einführung des Wohnstartschecks für junge Menschen bis 35 Jahre für das „eigene Reich“ wäre eine unterstützende Maßnahme geschaffen. Wenn nachweislich ein neuer Wohnsitz (Hauptwohnsitz neu) vorliegt, soll es ein zinsenfreies Darlehen vom Land Burgenland, finanziert über den Zukunftsfonds, geben. Durch die langfristige Laufzeit von zehn Jahren wird die monatliche Rückzahlung entsprechend gering gehalten. Denn junge Menschen dürfen gerade zu Beginn ihrer Erwerbstätigkeit nicht noch zusätzlich durch hohe Kreditzinsen belastet werden.
Wohnen in Ausbildungsheimen
Der bauliche Standard in diversen Ausbildungsheimen (Lehrlingsheime, Studentenheime) ist teilweise mehr als nur kritikwürdig. Wir fordern deshalb ein Reglement für die bauliche und qualitative Ausstattung der Heimplätze in Form einer jährlichen Qualitätskontrolle, die Heimplätze bewertet und diese Bewertung auch veröffentlicht. In Hinblick auf Studentenheime beschäftigt die Junge ÖVP Burgenland der steigende Zimmerpreis. Studierende leisten für ein spartanisch ausgestattetes Einzelzimmer € 300,- monatlich an Miete. In diesem Zusammenhang will die Junge ÖVP Burgenland überprüfen, wie Heimplatzträgerorganisationen mit ihrem Status der Gemeinnützigkeit und dem damit verbundenen Gewinnverbot umgehen. Wir fordern eine jährliche Überprüfung des Status der Gemeinnützigkeit der Heimplatzträgerorganisationen.
Finanzberatung für Jungunternehmen
Der Hauptgrund für das Scheitern eines neu gegründeten Unternehmens innerhalb der ersten drei Jahre liegt in einer verfehlten Finanzplanung. Aus diesem Grund fordern wir eine regelmäßige Beratung von Jungunternehmern bei der Finanzplanung in den ersten drei Jahren ihrer unternehmerischen Tätigkeit durch qualifizierte Unternehmen, z.B. Steuerberater, Banken, Unternehmensberater, etc.
Soziale Absicherung von Jungunternehmern
Junge Unternehmer gehen mit dem Weg in die Selbstständigkeit ein hohes finanzielles und soziales Risiko ein. Im Fall des Scheiterns der eigenen Unternehmensidee sind Unternehmer nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert.
Junge Unternehmer sollen sich absichern können: Zur nötigen Risiko-Kultur gehört auch das Recht auf eine zweite Chance. Aus diesem Grund fordern wir eine freiwillige Arbeitslosenversicherung für junge Unternehmer mit einem fairen Beitragssatz.
Jugendarbeitslosigkeit
Ohne Arbeit, ohne Beruf zu sein, sind für jeden Menschen eine große Herausforderung und eine zum Teil sehr schwer zu bewältigende Situation. Gerade junge Menschen trifft die Arbeitslosigkeit besonders hart. Die Junge ÖVP-Burgenland fordert spezielle für junge Arbeitssuchende die Fortführung und Ausweitung von Beschäftigungsprogrammen zum Erwerb weiterer Kenntnisse und zum leichteren Berufseinstig. Auch bei den AMS- Kursen besteht Verbesserungspotential. Diese müssen spezifischer und besser eingeteilt werden, um wirklich Erfolg erzielen zu können, anstatt zu sinnloser Zeitverschwendung in Form von PC-Kursen zu verkommen.
Öko-Bonus und steuerliche Absetzbarkeit des Kilometergeldes für Pendler
Besonders junge Menschen müssen oft weite Wege zu ihrem Arbeitsplatz auf sich nehmen. Das liegt daran, dass sie ihre Chance auf den ersten Job wahrnehmen müssen, auch wenn die Arbeitsstelle weit vom Wohnort entfernt ist.
Die derzeitige Pendlerpauschale benachteiligt Langstreckenpendler, die mehr als 60 Kilometer pendeln müssen. Die Junge ÖVP Burgenland fordert daher eine Entlastung der Langstreckenpendler - sie sollen die Möglichkeit haben, das gesetzliche Kilometergeld für ihre Fahrtstrecke im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung steuerlich absetzen zu können.
Die Junge ÖVP Burgenland fordert darüber hinaus einen Öko-Bonus: Wer nachweislich ein öffentliches Verkehrsmittel in Anspruch nimmt, soll einen zusätzlichen Bonus (z.B.: Bonuskarte) bekommen. So schaffen wir einen weiteren Anreiz für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Gleichzeitig muss das Angebot im öffentlichen Verkehr ausgebaut und die Qualität verbessert werden, das Schienennetz soll auch für private Anbieter offen sein, um flexible und kreative Lösungen zu ermöglichen.
Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel scheitert oft nicht am Willen, sondern an den Angeboten. Anders als früher endet die Arbeitszeit in der Firma nicht jeden Tag gleich. Wir brauchen Lösungen, die den heutigen Lebensumständen, gerade bei jungen Menschen, gerecht.




